Weihnachten ist eine Zumutung! Dabei denke ich noch nicht einmal an die Fünf-Personen-Regel, das Schließen der Weihnachtsmärkte, die verhagelte Weihnachtskaufrausch-Stimmung. Nein, ich denke an die erste Weihnacht, damals zurzeit eines Cäsars Gaius Octavius, genannt Augustus, und eines Prokurators Quirinius. Was wurde der Heiligen Familie nicht alles zugemutet: Unerwartete Schwangerschaft, unerwartete Volkszählung, bei Ankunft in Bethlehem ein Lockdown! Ein Stall als Bleibe - auch eine Zumutung, ganz zu schweigen vom Neugeborenen, für das sich nur eine Futterkrippe fand. Musste das sein?

Offensichtlich hat Gott keine Probleme damit, seinen Haupt- und Nebenakteuren einiges zuzumuten bzw. abzuverlangen. Und offensichtlich haben Maria und Josef sich in ihr Schicksal gefügt. 

Glaube an Gott mutet uns einiges zu. Warum? Weil sich Gott selbst einiges zumutet: Weihnachten heißt ja: Gott mutet sich zu, als Mensch unter Menschen geboren zu werden. Als Mensch von Menschen verurteilt zu werden. Warum? Weil er nur ein einziges Ziel hat: Gott will bei seinen Menschen wohnen. Bei dir und bei mir! Auch heute noch.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr
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5. Strophe von „Macht hoch die Tür“ von Georg Weissel, 1642

  Richter Ralf Portraet web3

Pastor Ralf Richter
GRZ Krelingen

Heiligabend-Gottesdienst im GRZ Krelingen mit Weihnachtsvideo und Predigt von Ralf Richter "Weihnachten - eine Zumutung" » hier klicken