„Liebe Hörerinnen und Hörer, es könnte sein, dass Sie heute Abend hier friedlich einschlafen und morgen in der Hölle aufwachen. Ich will Sie warnen!“ Es war ein Theologieprofessor in Norwegen, Ole Hallesby, der mit diesen Worten eine Rundfunkpredigt begann. Das Echo können wir uns denken! Selbst der Spiegel berichtete damals über den „Höllenstreit in Norwegen“.

„Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“, lesen wir in Lukas 19,10. Zachäus war Inhaber eines größeren Zollunternehmens mit einigen Sub-Unternehmern. Er hatte Jesus kennengelernt und dabei hatte sich auch sein Umgang mit den Finanzen bekehrt. Er brachte in Ordnung, wo er anderen finanziell Unrecht getan hatte - und die Liste war lang. Eine große Freude durchzieht diese Geschichte. Ein Mensch, der in Gefahr stand, verloren zu gehen, hat Vergebung und Erneuerung gefunden.

Jesus spricht auch offen und ehrlich darüber, dass wir in Gefahr stehen, verloren zu gehen. Er meint damit nicht einen Mangel an Lebensorientierung, sondern die Hölle. Er deutet sie an als Ort der Qual, als einen Zustand der Gottesferne, wo wir bei Bewusstsein sind, wo die Last der Schuld nagt und bohrt und doch nicht beseitigt werden kann. Mit diesen Worten liegt Jesus in jeder Generation quer zum Trend. „Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind“. Nein, kommen wir nicht.

Jesus ist gekommen, um uns vor ewiger Verlorenheit zu retten. Auf diesem Hintergrund leuchtet seine Liebe erst hell auf. Gott hat ihn gesandt, weil er nicht will, dass auch nur ein einziger Mensch an seiner Schuld zugrunde geht. „Zachäus wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war.“ Neugierde lohnt sich.

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Dr. Manfred Dreytza
Pastor und langjähriger Leiter des Krelinger Studienzentrums