Selbstgespräche – früher haben mich Menschen belustigt, die davon „betroffen“ waren. Heute gehöre ich nun selbst zu ihnen ...

Wir Menschen führen in unserem Inneren – ob leise oder laut - ständig Gespräche mit unserer Seele.  So frage ich mich zum Beispiel: „Habe ich das richtig gemacht?“ Oder: „Wie konnte mir das nur unterlaufen?“ „Ob ich mir das je verzeihen kann?“ „Ich weiß gar nicht, wie ich so dumm sein konnte!“

Und dann gibt es da noch die sich selbst erfüllenden Prophezeiungen: „Du wirst doch wieder scheitern!“ „Da ändert sich nichts!“ „Alles verlorene Liebesmüh‘!“
Wenn solche Dialoge ins Negative abdriften, steigert sich immer mehr eine unbarmherzige Selbstabwertung mit negativen Gefühlen und Aggressionen gegen das eigene Leben. Das macht die Seele traurig.

Doch Gott will nicht, dass wir so mit uns reden. Wie denn? In Psalm 43 finden wir eine gute Antwort. Der Beter dieses Psalms war schwer angefochten. Aber er wusste, wie entlastend es sein kann, Zwiegespräche mit sich selbst zu führen. Er fragt sich: „Warum bin ich so traurig? Warum ist mein Herz so schwer?“ Und dann spricht er weiter: „Auf Gott will ich hoffen, denn ich weiß: Ich werde ihm wieder danken. Er ist mein Gott, er wird mir beistehen!“ Und damit kommt er über sich selbst und sein begrenztes Denken hinaus und landet bei Gott. Der ist sein Freund. Und von daher kann er wieder durchatmen  – auch wenn er viel Kummer hat. So erlebt er: Wenn er sich aufrichtig an Gott wendet und ehrlich mit ihm redet, dann kann er auch anders mit sich selbst umgehen: barmherziger, zuversichtlicher und wo nötig konsequenter. Dann sieht er wieder Licht am Ende des Tunnels. Gut zu wissen!
 

  Lauter Hartmut 2014 web

Hartmut Lauter
GRZ Krelingen