Weihnachten, das Fest der Freude und der Liebe, alle kommen nach Hause, die Bude ist voll. Gemeinschaft, Essen, vielleicht der Kirchgang, Bescherung. Weihnachten ohne Stress? Und es muss doch harmonisch zu- und hergehen. Das ist sehr anstrengend.

Weihnachten, die unglaublichste Geschichte der Welt: Gott wird Mensch, er kommt zu uns in einem kleinen Kind, Jesus von Nazareth, geboren von der Jungfrau Maria. Wie kommt eine Jungfrau zum Kind? Natürlich wissen wir, wie das geht. Aber hier geht es ganz anders, wirklich ohne Josef. Der Heilige Geist, die Kraft des Höchsten.

Damit Gott uns ganz nahe kommt, wählt er nicht eine universale Idee („edel sei der Mensch, hilfreich und gut“), kein Erleuchtungsprogramm, sondern eine schlichte Geburt.

Die Umstände waren alles andere als harmonisch. Mit Zähneknirschen machten sich die Bewohner auf den Weg, ein jeder in seinen Geburtsort. Und wozu? Nicht zum Familientreffen, sondern weil der römische Staat die Steuern neu festlegen, und das heißt schlicht: deutlich erhöhen wollte. Jeder Jude musste in seinem Geburtsort vor einem römischen Beamten sein gesamtes Vermögen restlos offenlegen. Weihnachtsfreude? Wohl kaum.

In diese kalte Welt kommt er, der Heiland Jesus von Nazareth. Und „wär Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir, du wärest doch verloren“ (Angelus Silesius). Er ist nicht als Tourist in diese Welt gekommen, sondern als Guter Hirte. Gott macht sich selbst auf die Suche. Wir brauchen diesen Guten Hirten, sonst reißen uns die Wölfe.

Komm o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

 

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Dr. Manfred Dreytza
GRZ Krelingen