Am ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr. Das Kalenderjahr beginnt in einer lauten Nacht mit rauschenden Festen, leuchtenden Raketen, Lärm und Getöse, Krach und Alkohol. Das Kirchenjahr beginnt still und ruhig. Glocken laden ein zum Gottesdienst. Es brennt nur eine Kerze und es kommt nur eine kleine Schar. Aber die Botschaft ist gewaltig: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer!“ (Sacharja 9,9).

Schutzlos und ohne Waffen zieht er ein, den das Sacharja-Buch als Friedenskönig beschreibt. Von seiner Erscheinung und Gestalt her mag er nichts Königliches, Eindrucksvolles an sich haben. Und auch, wenn der Esel seit Davids Zeit als das königliche Reittier galt: Prunkvoll und majestätisch wird dieser König nicht wirken.

Aber er wird sich als der erweisen, der gerecht macht und hilft und denen nahe ist, die Not leiden. Von selbst erkennen wir Menschen das nicht, wir erwarten meist andere Führungspersönlichkeiten.
„Siehe!“ heißt es immer dann in der Bibel, wenn Gott uns die Augen öffnen will für seine Wege der Liebe und der Geduld. Dafür, dass nicht Macht und Muskelspiel, Gewalt und Einschüchterung Frieden ermöglichen, sondern entwaffnende Menschlichkeit, einer Menschlichkeit, die Christus gelebt hat.

Am 1. Januar herrscht ein Heidenlärm, aber auch eine Heidenangst. Bange fragen die Menschen: „Was kommt?“ Unheimliche Fragen, keine Antworten - niemand weiß, was kommt.

Am 1. Advent nur ein Licht, aber eine große Hoffnung. Fröhlich reden wir davon, wer kommt: Unser Erlöser kommt! Er möchte in unseren dunklen Alltag eindringen, ihn verwandeln vom bangen Fragen ins fröhliche Hoffen, von düsteren Ahnungen in glänzende Aussichten: Unser Retter kommt!

  Boehm Dieter web

Dieter Böhm
GRZ Krelingen