Welch schöne Farben der Herbst malt! Die Blätter verfärben sich und die Früchte werden reif. Vielleicht waren Sie auch auf einem Herbstmarkt mit all den Auslagen und dem Obst oder Sie bewundern den schönen Altarschmuck beim Erntedankfest. Vielleicht haben Sie Schönes erlebt und Grund zum Danken. Aber vielleicht gab es auch weniger Schönes: eine unvorhergesehene Autoreparatur, Probleme bei der Arbeit, kriselnde Beziehungen, Vorhaben, die nicht gelungen sind.

Manchmal nehmen die Klagen überhand. Negatives folgt auf Negatives. Schnell bin ich im Teufelskreis. Eine missmutige Haltung macht sich breit. Wie komme ich da heraus? Der Theologe Karl Barth hat gesagt: „Sich freuen heißt ausschauen nach Gelegenheit zur Dankbarkeit.“ Das ist nicht nur richtig, weil es in der Bibel steht: „Seid dankbar allezeit im Namen Jesu Christi Gott, dem Vater“ (Epheser 5,20), sondern es ist auch gut für unsere Seele. Sonst wird das Jammern zu einer Grundeinstellung.

Ich will nach dem Positiven Ausschau halten. „Danken schützt vor Wanken, loben zieht nach oben.“ Dabei geht es nicht um das Verdrängen von Problemen oder unangenehmen Situationen, sondern darum, sich in allem Gott anzuvertrauen. Man darf Gott wirklich in den Ohren liegen. Er will gerne helfen, damit wir wieder Grund zum Danken haben.

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Roland Hees
Dozent für Alte Sprachen im Krelinger Studienzentrum