Einen leidenden Freund zu trösten ist keine leichte Aufgabe. Das Schicksal anderer macht die meisten von uns sprachlos. Aber Schwierigkeiten und Leid sind eine unausweichliche Realität in unserer Welt. Sei es das stille Loch, das ein verstorbener Angehöriger hinterlässt. Der Verlust der Arbeitsstelle und nagende Zukunftsangst. Eine zermürbende Krankheit oder der taube Schmerz einer Depression.

Trotzdem fällt es uns schwer, tröstende Worte zu finden. Gibt es überhaupt etwas zu sagen, wenn eine Freundin weinend anruft, weil ihr Mann mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde? Wie begegne ich dem verzweifelten Nachbarn im Treppenhaus, dessen Frau zu Grabe getragen wurde? Krisen, Kummer und Schmerz anderer konfrontieren uns mit unseren eigenen Ängsten und wunden Punkten. Das kann das Trösten erschweren. Floskeln helfen nicht weiter und auch eine logische Begründung des Leides stellt niemanden zufrieden. Was hilft also wirklich? Woher kommt echter Trost?

Mir ist der Apostel Paulus in dieser Hinsicht ein Augenöffner geworden. Seine gefährlichen Reisen und die anstrengende, bei vielen verpönte Arbeit machte ihm häufig Kummer. Er kannte Angst und Traurigkeit, wurde verlassen von Freunden und schwebte sogar in Todesgefahr. Aber er hält in einem seiner Briefe auch fest, wie er echten Trost erfährt: „In allen unseren Nöten kommt er uns mit Trost und Ermutigung zur Hilfe, und deshalb können wir dann auch anderen Mut machen, die sich ebenfalls in irgendeiner Not befinden: Wir geben ihnen den Trost und die Ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen.“ (2. Korinther 1,4)

Zwei Dinge werden in seiner Beschreibung deutlich: Zunächst kommt alle Ermutigung und Trost von Gott. Wie ein liebevoller Vater sieht Gott den Menschen in seiner Situation und schenkt echten Trost. Als zweites sieht Paulus sich nun selbst in der Lage, anderen Trost und Ermutigung weiterzugeben.

Jemand, der selber Schweres erlitten und dabei Gottes Trost empfangen hat, kann mitempfinden, was ein anderer durchmacht und kann ihn auf diese Quelle des Trostes hinweisen.

Ich lade Sie ein, Trost von Gott in Anspruch zu nehmen. Wie kann das gehen? Indem Sie sich mit Ihren Worten und Empfindungen an Gott wenden. Er hört Sie, auch wenn Sie ihn nicht sehen.

 

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Dennis Penner
Jugendreferent im GRZ Krelingen