In diesen Wochen sind viele unterwegs. Es ist Urlaubszeit. Unterwegssein ist reizvoll. Es schafft neue Eindrücke und Begegnungen. Aber als Dauerzustand ist es nicht erstrebenswert. Denn Menschen, die ständig unterwegs sind, bleiben Fremde. Sie werden höchstens geduldet, nie geliebt. Gast zu sein dagegen ist schöner. Der Gast ist eingeladen, in der Regel auch willkommen. Er genießt besondere Aufmerksamkeit, wird freundlich bewirtet. Aber auch sein Aufenthalt ist von begrenzter Dauer. Niemand möchte ein Leben lang Gast sein.

Zuhause sein ist etwas ganz anderes. Wo ich zu Hause bin, da ist auf Dauer mein Platz. Da bin ich geborgen. Christen haben ein solches Zuhause in der Gemeinde Jesu Christi. Paulus schreibt im Epheserbrief Kapitel 2, Vers 19: „So seid ihr nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“

Bei Gott sind wir weder Gäste noch Fremdlinge, sondern „Hausgenossen“, Familienmitglieder. Da muss man nicht höflich schweigen, obwohl man gerne reden würde. Man kann so sein, wie man wirklich ist, denn Gott sieht hinter die Fassade. Ob das aber auch alle wollen? Möchten manche nicht viel lieber nur Gäste sein, um gehen zu können, wann sie wollen?

Wer bei Gott nur Gast ist, wird ihn nie kennenlernen. Nur wer in seinem Haus wohnt, wird die Fülle seiner Liebe erfahren.

Manfred Siebald, ein Liederdichter unserer Zeit, drückt das so aus: „In deinem Haus bin ich gern, Vater, wo du mein Denken füllst; da kann ich dich hören, Vater, sehn, was du willst. In deinem Haus will ich bleiben, Vater, du weist mich nicht hinaus und nichts soll mich vertreiben, Vater, aus deinem Haus ...“

 

Boehm Dieter web

Dieter Böhm
GRZ Krelingen