Mannertag2020 24 1"Gegenwind – Aufbruch wagen“ war das Thema des Krelinger Männertags, der am 26. September in der Heinrich-Kemner-Halle des GRZ Krelingen stattfand. Vor den rund 120 Teilnehmern sagte der Gründer und Leiter des christlichen Kinderhilfswerks „Die ARCHE“, Bernd Siggelkow (Berlin), er habe in seiner Arbeit viel Gegenwind erfahren. So habe 1995 die PDS-geführte Bezirksregierung in Berlin-Hellersdorf, wo damals das erste Arche-Haus entstand, seinerzeit den Bedarf für eine solche Arbeit geleugnet. Eine Studie bestätigte aber, dass dort 70 Prozent der Kinder von Kinderarmut betroffen seien. Auch Jugendämter hätten, so Siggelkow, aufgrund der christlichen Ausrichtung der Arbeit die Zusammenarbeit mit der Arche blockiert. Und auch zwei Morddrohungen gehörten zum „Gegenwind“ in seinem Einsatz für sozial benachteiligte Kinder.

"Ohne Gott geht die Arbeit nicht"

„Ich wollte nicht, dass Kinder so aufwachsen wie ich,“ sagte Siggelkow, der selber aus schwierigen Familienverhältnissen kommt. Antrieb für sein Engagement für Kinder ist für den Arche-Gründer sein Glaube an Jesus Christus: „Ohne Gott geht die Arbeit der Arche nicht.“ Mit 16 Jahren fand er zum christlichen Glauben, studierte später Theologie und arbeitete als Pastor, bevor er 1995 das erste Arche-Haus gründete. Für seinen Einsatz für sozial benachteiligte Kinder erhielt Siggelkow 2008 das Bundesverdienstkreuz.

Mittlerweile gibt es bundesweit 27 Einrichtungen der Arche. Mit dem Ziel, Kinder stark zu machen, gestaltet der Verein Freizeitangebote und Feriencamps, Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung und gewährt Kindern und Familien materielle Hilfen in Form von kostenlosen Mahlzeiten und Kleiderkammern. Die Angebote werden durch mobile Familienhilfe ergänzt. In der Zeit des Corona-Lockdowns, in der auch die Arche-Häuser geschlossen waren, betreute der Verein täglich 1600 Familien durch Online-Angebote und persönliche Besuche.

Kritik an Staat und Kirche

„Würden Staat und Kirche ihre Aufgaben wahrnehmen, bräuchte es die Arche nicht“, übte Siggelkow Kritik am nach seiner Meinung mangelndem Engagement staatlicher und kirchlicher Stellen. Die Teilnehmer des Krelinger Männertags forderte Siggelkow auf, „Aufbruch zu wagen“ und darauf zu achten, wo Menschen aus dem eigenen Umfeld Hilfe und Begleitung bräuchten.

Neben dem Referat von Bernd Siggelkow konnten die Teilnehmer des Krelinger Männertags an insgesamt neun Seminaren und einem Trommelworkshop teilnehmen. Für die Arbeit der Arche, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert, sammelten sie rund 1500 Euro.

» Der Vortrag von Bernd Siggelkow ist hier abrufbar: www.krelinger-männertag.de

» Fotos zum Krelinger Männertag gibt es hier

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