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Zum Krelinger Reha-Zentrum gehören insgesamt fünf therapeutische Wohngruppen. Eine davon ist der Hof Birkengrund, auf dem Malte Sals arbeitet. Tabitha Lekic hat ihn interviewt. 

Inwieweit unterscheidet sich die Arbeit auf dem Birkengrund von den anderen Therapiebereichen in Krelingen?

Die Leute, die zu uns auf den Birkengrund kommen, haben neben ihrer psychischen Erkrankung zusätzlich noch einen Suchthintergrund. Sie machen bei uns die Sozialtherapie mit suchttherapeutischen Inhalten. Anschließend gehen sie in der Regel auf den Glaubenshof, um eine Ausbildung im Bereich der Überbetrieblichen Ausbildung zu beginnen.

Absolvieren die Bewohner auch Praktika?

Ja, überwiegend in den verschiedenen Bereichen und Betrieben des GRZ.

Gibt es eine Altersgrenze, um auf dem Birkengrund aufgenommen zu werden?

Die Bewerber sollten zwischen 18 und 35 sein.

Wie lange bleiben die Bewohner normalerweise bei euch?

In der Regel bleiben die Bewohner ein bis drei Jahre. Aber es gibt eigentlich keine Grenze, wenn sie eine Kostenzusage erhalten, und die kriegen sie in der Regel für sechs Monate. Dann wird verlängert, wenn es Sinn macht.

Wie bist du nach Krelingen gekommen bzw. wie bist du auf Krelingen aufmerksam geworden?

Ich habe zehn Jahre in der Schweiz gelebt. Da hatte ich deutsche Freunde, mit denen ich zusammen in einer Gemeinde war. Die sind dann zurück nach Bremen gegangen. Das war 2013 oder 2014. In Bremen waren sie mit jemandem in einem Hauskreis, der hier in Krelingen seine Tischler-Ausbildung auf dem Glaubenshof gemacht hat. Von ihm habe ich den Tipp bekommen, mich in Krelingen zu bewerben. Dort wurde damals eine Unterstützungskraft für die Sozialtherapie auf dem Hof Birkengrund gesucht.

In dem Bereich hattest du vorher aber nicht gerabeitet, oder?

Nein, ich hatte selber mal ein Suchtproblem. Von 2000 bis 2004 habe ich selber eine Suchttherapie gemacht. Ich bin gelernter Zimmermann und habe 15 Jahre in dem Beruf gearbeitet.

Das kannst du jetzt bestimmt auch gut kombinieren, richtig?

Alles, ja! Das Handwerkliche und das Therapeutische. Und wegen meiner eigenen Erfahrung sehe ich meinen Auftrag und meine Berufung auch im Suchtbereich.

Was gefällt dir an deinem jetzigen Beruf besonders?

Dass ich alles mit einbringen kann, was mein Leben bisher ausgemacht hat. Zum einen kann ich das Handwerkliche mit einbringen. Ich arbeite mit in der Arbeitstherapie, dort bauen wir zum Beispiel aktuell einen Anhänger. Dann machen wir auch diverse Holzarbeiten und Reparaturarbeiten im Haus. Und zum anderen die Erfahrungen, die ich bei verschiedenen Therapien gemacht habe. Und dann die Freizeitgestaltung: Ich mache gerne Sport, zum Beispiel Schwimmen und Volleyball. Das begleite ich auch auf dem Birkengrund. Das kann ich alles mit einbringen. Und ich bin den Leuten gern behilflich, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Ab August werde ich ein duales Studium der sozialen Arbeit in der Sozialtherapie beginnen.

Was ist dir besonders wichtig, das du auch an andere weitergeben möchtest?

Dass sie Jesus kennenlernen und ein neues Leben beginnen, steht für mich an erster Stelle. Das ist das Fundament. Außerdem möchte ich ihnen Freude am Leben vermitteln.

Hast du persönliche Ziele oder ein bestimmtes Lebensziel?

Erst mal das Studium. Mein Motto ist eigentlich: Erst kommt der Glaube und alles Weitere wird hinzugefügt.

Welche Hobbies hast du, was machst du gern in deiner Freizeit?

Schwimmen. Fitnesstraining. Leute treffen. Im Sommer spiele ich sehr gerne hier im Werk mit Studenten, Bewohnern, Gästen und Mitarbeitern Beachvolleyball.

Was gefällt dir am GRZ und an Krelingen?

Die Krelinger Vielfalt. Leute aus ganz Deutschland kommen zum Studieren hierher, Gäste, die ihre Freizeit hier verbringen, und Menschen, die in der Sozialtherapie ihr Leben verändern möchten. Das ist ein großer Mischmasch an Leuten. Das finde ich spannend. Ich mag es lebendig!

Vielen Dank für das Gespräch, Malte!